Losung für heute
HERR, ich freue mich über den Weg deiner Zeugnisse wie über allen Reichtum.
Psalm 119,14

Darum gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausvater, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.
Matthäus 13,52

Hilfe im Gebet

Als mich die Ärzte am 22.12.2008 überraschend nach Köln zu einem Gespräch in die Klinik riefen, ahnte ich nicht, dass ich gesagt bekäme, dass mein Mann mit hundertprozentiger Sicherheit nur noch maximal acht Stunden zu leben hätte: Multiorganversagen inklusive Lungenversagen – laut der Ärzte ein Zustand ohne jegliche Hoffnung auf Zurück.

Da ich diese von zwei Ärzten sehr nüchtern überbrachte Nachricht nicht erwartet hatte, stand ich einige Zeit später alleine, ohne Begleitperson oder seelischen Beistand, auf der Intensivstation vor dem Bett meines Mannes, der, kaum zu erkennen, völlig sauerstoffunterversorgt an verschiedenen Apparaten hing. Ich war geschockt, fassungslos, völlig verzweifelt und konnte es nicht fassen.
Dann geschah etwas, das mir so innere Ruhe gab, dass ich mich still an das Bett meines Mannes setzte und innigst zu beten begann. So verging viel Zeit, und plötzlich konnte ich beobachten, wie die Sauerstoffsättigung seines Blutes ganz langsam zu steigen begann und auch sonstige vegetative Funktionen ruhiger wurden.
Ich betete unaufhörlich weiter und war, als mich nach Schichtwechsel ein weiterer Arzt nochmal über den Zustand meines Mannes aufklärte, so voller Vertrauen, dass ich ihm auf seine Frage, ob mir bewusst sei, dass mein Mann noch in dieser Nacht sterben würde, mit voller Zuversicht sagen konnte: „Sie entscheiden doch nicht, wer hier wann geht! Sie werden sehen, mein Mann wird das packen!“ – was mir einen teils mitleidigen, teils jedoch auch verständnislosen Blick des diensthabenden Arztes einbrachte.
Wieder einige Zeit und viele Gebete später wurde ich von diesem Arzt aus dem Raum geschickt. Es dauerte einige Zeit, bis er sichtlich verwirrt und offensichtlich innerlich kopfschüttelnd auf mich mit den Worten zukam: „Wer oder was auch immer Ihnen diese Gewissheit gegeben hat, verhaltener Optimismus ist erlaubt.“
Die Nachricht, dass er über den Berg sei, erhielt ich am zweiten Weihnachtstag im Gottesdienst (einige mögen sich vielleicht noch an das Handyklingeln erinnern). Noch vor Silvester wurde mein Mann aus dem künstlichen Koma zurückgeholt, und das, trotz absoluter Sauerstoffunterversorgung über lange Zeit, ohne Hirnschaden – auch dafür hatte ich innigst gebetet!
Seither habe ich Gewissheit: „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich“. Lukas 18,27, die Jahreslosung des Jahres 2009.
Auch wenn mein Mann letztendlich im Januar 2015 seiner schweren Krebserkrankung erlag, danke ich bei aller Traurigkeit darüber Gott unendlich für diese sechs Jahre, die er uns als Familie noch zusammen gelassen hat und die für die Kinder und mich so wichtig waren.
Gott erfüllt nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen (Dietrich Bonhoeffer). Und ein Gebet von Dietrich Bonhoeffer war es auch, das mir in schwerer Zeit die nötige Ruhe zur Nacht gab.
Alexandra Konitzer
Herr, mein Gott,
ich danke dir, dass du diesen Tag zu Ende gebracht hast.
Ich danke dir, dass du Leib und Seele zur Ruhe kommen lässt.
Deine Hand war über mir und hat mich behütet und bewahrt.
Vergib allen Kleinglauben und alles Unrecht dieses Tages
und hilf, dass ich allen vergebe, die mir Unrecht getan haben.
Lass mich in Frieden unter deinem Schutz schlafen
und bewahre mich vor den Anfechtungen der Finsternis.
Ich befehle dir die Meinen, ich befehle dir dieses Haus,
ich befehle dir meinen Leib und meine Seele.
Gott, dein heiliger Name sei gelobt.
Amen.
Dietrich Bonhoeffer
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